Erneut erklang Frédéric Chopin - nun aber sein Klaviertrio, das wie ein Wechselspiel jugendlicher
Leidenschaften wirkte. Es begann romantisch mit etwas feurigem Schwung, dann folgten leichte und heitere Momente,
ehe es im dritten Satz wehmütig und sehnsüchtig wurde. Zum Schluß war es wie bei einer glücklichen Liebesgeschichte:
Happy End mit jauchzendem Frohlocken. Katharina Cording spielte virtuos mit lebhaftem und weit ausholendem Bogenstrich,
Karla-Maria Cording war bei kraftvollem und dynamischem Tastenschlag sehr konzentriert, und Pulc sprühte vor Energie,
schien aber auch in sein Spiel versunken zu sein... Mit Bedrich Smetanas Klaviertrio bewiesen die drei Musiker, daß
sie ein gutes Gespür für Gefühle in der Musik haben. Smetana schrieb das Stück unter dem Eindruck des Todes seiner
gerade viereinhalb Jahre alten Tochter. Die anfängliche Verzweiflung war in schluchzender Geige und hämmerndem
Klavier spürbar. Doch die Trauer löste sich langsam auf in neue Lebensfreude. Zwischendurch erklangen - wie
Erinnerungsfetzen - Kinderlied-artige Melodien. Dem Klaviertrio Würzburg gelang es wunderbar ergreifend, diese
Emotionen umzusetzen, so daß das Publikum nach mehr verlangte. Als Zugabe gab es einen Satz aus einem Klaviertrio
von Ludwig van Beethoven. Das ruhige und besinnliche Stück war genau das Richtige, um nach dem dramatisch-gefühlvollen
Smetana wieder zum Alltag zurückzukehren.
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