Energieschub mit Brahms
Konzert mit dem Klaviertrio Würzburg in der Schloßaula
Thomas Hitzemann, in:
Neue Osnabrücker Zeitung, 19.04.2005
Mit frischer Delikatesse spielen sie Mozarts Klaviertrio E-Dur KV 542. Karla-Maria Cordings Anschlag bezaubert nicht nur durch Gesanglichkeit, auch ihre Läufe perlen in geschmeidiger Straffung. Wie eine duftig kolorierte Federzeichnung kommt der langsame zweite Satz... Bei Dvoraks Klaviertrio e-moll op. 90, dem Dumky-Trio, ändert sich die Atmosphäre schlagartig. Vom Cello kommt eine tiefempfundene Klage, so unaffektiert wie der Schmerz einer kindlich-reinen Seele. Violine und Klavier treten sanft hinzu oder setzen Akzente im gleichen Geist. Bruchlos bündelt das Trio sodann seine Kräfte zum tänzerischen Intermezzo und ebenso beim vehementen Kehraus des ersten Satzes. In den Folgesätzen entspinnen sich Konversationen, bei denen Violine und Cello ihre Eigenart sehr deutlich wahren... In Brahms Klaviertrio C-Dur op. 87 dagegen macht man entschieden gemeinsame Sache. Die kollektive Empfindung des leidenschaftlichen Temperamentes in dieser Musik führt das Trio Würzburg zu seiner besten Ensembleleistung des Abends. Im Andante gelingt der Zusammenhalt trotz unterschiedlichster Episoden. Das Scherzo überrascht mit Schubertischer Nervosität in der Rahmenthematik. Im Finale entwickeln sich enorme Energieschübe, und auch der Tonumfang des Trios wird voll ausgereizt. Da verwundert es nicht, daß sich viele Bravo-Rufe in den Applaus mischen.

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