Im Deutschmeister-Saal war kein Plätzchen mehr frei, als Pianistin Karla-Maria Cording den Abend mit dem c-moll-Nocturne op. 48 Nr. 1 von Frédéric Chopin eröffnete. Empfindungsreichtum, durch schöne Anschlagskultur ausgedrückt, und überlegene Beherrschung auch schwieriger Passagen prägten ihr Spiel. Zu welchen technischen Fertigkeiten sie in der Lage ist, bewies sie mit der Lisztschen "Forelle"-Paraphrase.
In effektvollen Stücken vermag sich die Geigerin Katharina Cording besonders nachhaltig auszudrücken. Tschaikowskis "Melodie" und "Valse-Scherzo", vor allem aber die glänzend beherrschte, mit dem Gefühl für das Tänzerische in "Introduction et Rondo capriccioso" von Camille Saint-Saens ausgedrückte glutvolle Wiedergabe, zeugten von beachtlichen solistischen Fähigkeiten.
Auch Cellist Peer-Christoph Pulc hatte Virtuoses gesucht und in den Charakterstücken von David Popper, vor allem in "Gnomentanz" und "Tarantella" gefunden und ihnen musikalischen Atem eingehaucht. Im berühmten "Schwan" von Saint-Saens sang er die herrliche Kantilene gefaßt aus. Die Pianistin begleitete alles spontan mitgehend.
Als Trio hatten die drei aus Würzburg eines der Gipfelwerke gewählt, Franz Schuberts B-Dur-Trio, dem sie weit mehr als jugendlichen Sturm und Drang angedeihen ließen. Vor allem die klangschwelgerischen Themen kosteten sie mit feiner Abstufung der Farben aus, machten aber auch deutlich, daß das burschikose Scherzo ihrem natürlichen Spieltrieb besonders entgegenkam.
Höhepunkt der Aufführung das von Leidenschaft erfüllte Rondo-Allegro, das mit seiner Thematik immer weitere Klangdimensionen eröffnet.
Dem begeisterten Beifall trugen zwei ebenso schön ausmusizierte Zugaben Rechnung, das Andante aus Beethovens erstem Klaviertrio und die erste "Dumka" von Dvorák.
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