Das Trio für Klavier, Violine und Violoncello, B-Dur, D 898 von Franz Schubert war gleichzeitig brillant gespielter Höhepunkt und Abschluss des vierten Basilikakonzerts auf dem Gießener Schiffenberg. "Nostalgie und Bravour" hatte das gastierende "Klaviertrio Würzburg" sein Programm überschrieben - und mit Bravour spielten die drei Instrumentalisten in der kühlen Kirchenruine.
Zunächst gab es ein Solo am Klavier. Karla-Maria Cording bot Frédéric Chopins Nocturne in c-Moll dar. Die Gäste erlebten ein für ein Klaviertrio ungewöhnliches Programm. Dem Klaviersolo folgten nämlich zwei Stücke von Peter Tschaikowsky für Klavier und Geige. Katharina Cording erwies sich hier als ebenso begnadete Virtuosin an der Violine wie ihre Schwester am Klavier.
Mit dem Komponisten David Popper kam dann ein rarer Gast im üblichen Konzertrepertoire zu Gehör. Drei Tänze für Violoncello und Klavier, die Gavotte op. 23 Nr. 2, der Gnomentanz op. 50 Nr. 2 und die Tarantella op. 33 begeisterten die Besucher. Der Cellist Peer-Christoph Pulc brachte sich damit auch das dritte Mitglied des Trios beeindruckend ins Spiel.
Noch einmal ein Klaviersolo: Mit Franz Liszts spätromantischer Adaption des Schubertschen Forellenquintetts erwies sich Karla-Maria Cording erneut als begnadete Pianistin. Zwei weitere musikalische Kostbarkeiten des Programms waren "Der Schwan" aus dem Carneval der Tiere für Cello und Klavier sowie "Introduction et rondo capriccioso" op. 28 für Klavier und Geige von Camille Saint-Saëns.
Erst zum Abschluss gaben sich die drei Musiker mit dem Trio von Schubert als ebenso feuriges, engagiertes und souverän agierendes Trio zu erkennen. Die Begeisterung der Besucher wurde mit zwei Zugaben von Antonin Dvorak und Ludwig van Beethoven belohnt.
zurück