Musik der leisen Töne auf hohem Niveau
Volker Wiltberger, in:
Dorstener Zeitung, 14. 11. 2006
Das, was die jungen Instrumentalisten auszeichnet, ist die weite Palette ihrer leisen Töne, Dafür gab es bei Robert Schumannns Klaviertrio d-moll op. 63 reichhaltiges Angebot. Schon das Scherzo ließ in seiner drängenden Intensität die außergewöhnliche Begabung der sympathischen Musiker erahnen.

So folgte keineswegs als „Pflichtübung“ zum 100. Geburtstag ein Klaviertrio des russischen Komponisten Dmitri Schostakowitsch, ein frühes Werk, das in der Durchsichtigkeit und der musikantischen Grundsubstanz vollauf überzeugte. Deutlich artikulierten sich die Einzelstimmen des Trios, die mit Katharina Cording (Violine), Peer-Christoph Pulc (Violoncello) und Karla-Maria Cording (Klavier) höchst sensibel besetzt waren. Feinnervig und dennoch leidenschaftlich herausspielend, vermittelten sie ein Hörerlebnis ihrer intelligenten Musizierfreudigkeit.

All diese Fähigkeiten waren in dem großen und aufwendigen Klaviertrio in Es-Dur von Franz Schubert gefordert. Der Kritiker muß es sich versagen, die außergewöhnliche Qualität und die erschreckenden biographischen Hintergründe dieser Komposition in einer Werkanalyse zu deuten. Doch die Interpretation des Klaviertrio Würzburg ließ das Psychogramm dieser leidenden Seele in bewegender Weise nachvollziehen. Man empfand ihr Spiel als eine „Schule des Hörens“. Die Transparenz ihrer Rollenverteilung, ihre dynamisch-akustische Weiträumigkeit und vor allem die Auslotung der emotionalen Vielschichtigkeit gaben dem Werk die Würde seines hohen Ranges.

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