Töne voller Kraft und Tiefe
Anna Engel, in:
Neue Osnabrücker Zeitung, 13. 6. 2007
Der Holzfußboden erzittert unter der gewaltigen Kraft, die auf das Klavier einwirkt. Einem Gewittersturm gleich, fegen die Finger über die Tasten und bringen schwindelerregende Klänge hervor. Die Pianistin Karla-Maria Cording ist in ihrem Element beim Kammerkonzert im Ledenhof.

Das Klaviertrio Würzburg besteht aus dem Cellisten Peer-Christoph Pulc, Karla-Maria Cording und ihrer Schwester, der Violinistin Katharina Cording. Eröffnet wurde das Konzert von Karla-Maria Cording mit fünf Sätzen aus den "Pièces de clavecin- Huitième ordre" von François Couperin. Dabei setzte die Pianistin die vielen Triller geschickt als Stilmittel ein, um die Dramatik der Musik auszudrücken. Dennoch kennzeichnet Leichtfüßigkeit ihr Spiel. Das zweite Werk, mit dem sie als Solo-Pianistin brilliert, ist das "Le Tombeau de Couperin" von Maurice Ravel. Durch ihr leidenschaftliches Spiel verleiht sie der Musik Lebendigkeit und lässt die Töne wie Tautropfen perlen. An dieses Feuerwerk der Virtuosität schließt sich das Duett für Violine und Violoncello op. 89 von Hermann Zilcher an. Peer-Christoph Pulc und Katharina Cording beweisen hierbei, wie gut ihr Spiel miteinander harmoniert. Ein drängendes Cello fordert die Geige heraus, umschmeichelt sie und verklingt mit feinem Vibrato im Pianissimo. Katharina sprüht bei ihrem Spiel vor Freude und bereitet mit ihrem Kollegen ein musikalisches Fest auf höchstem Niveau.

Den letzten Teil des Konzertes bestreiten die drei Musiker gemeinsam. In Tschaikowskis Trio a-Moll op. 50 präsentieren sie ihr ausgewogenes, exaktes Zusammenspiel. Jeder ihrer Töne scheint Tiefe und Kraft zu besitzen und beeindruckt durch Klangvolumen. Die jungen Musiker treiben sich gegenseitig zu Höchstleistungen an und machen ihre Musik zu einem wahren Erlebnis.

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