Aus einem Guß Kammermusik
Das Würzburger Klaviertrio und sein Konzert im Kloster Irsee
Richard Waldmüller, in:
Allgäuer Zeitung, 19. 6. 2007
So energisch zupackend, wie die Musiker des im Irseer Kloster gastierenden Würzburger Klaviertrios das Es-Dur-Trio von Ludwig van Beethoven angingen, entfaltete sich der gesamte Abend.

Die beiden Schwestern Katharina und Karla-Maria Cording (Violine bzw. Klavier) betraten im Verein mit dem Cellisten Peer-Christoph Pulc völlig unprätentiös das Podium des Kloster-Festsaales. Von Anspannung oder gar Nervosität keine Spur. Locker, gelöst und vor allem mit spürbarer Musizierfreude zogen die drei ihre Zuhörer in den Bann.

Das Konzertprogramm entfaltete sich sowohl chronologisch (auf Beethoven folgte Mendelssohns d-Moll-Trio op. 49, dann Tschaikowskys a-Moll-Werk op. 50) als auch bezüglich des Umfangs. Die Souveränität des Anfangs blieb nicht nur den ganzen Abend erhalten; vielmehr erfuhr sie eine kontinuierliche Steigerung. Enorm, was an Konzentration, Virtuosität und Ausdauer gefordert war. Keinerlei Ermüdungserscheinungen waren festzustellen.

Wenn man bedenkt, was ein Solist, egal ob Streicher oder Pianist, in einem Konzert zusammen mit einem Orchester zu leisten hat, welch hohe Anforderungen zu erfüllen sind, wird einem klar, daß kammermusikalisches Wirken diesem Pensum mindestens ebenbürtig ist: Jeder der drei Musiker ist Solist, Orchester und Dirigent zugleich. Damit nicht genug: Die Interpretation, das musikalische Empfinden und das wie selbstverständlich wirkende Zusammenspiel müssen aus einem Guß sein.

Das Klaviertrio Würzburg, noch recht jung dem Aussehen nach (übers Alter schwiegen sich die Angaben im Programmheft aus), erfüllt alle genannten Voraussetzungen in vollem Maße. Und so war es nicht verwunderlich, dass die einhellige Anerkennung und Bewunderung durch das Publikum echt war und reichlich Gesprächsstoff für die Pause lieferte.

Ein gelungener Abend, angefüllt mit hinreißend dargebotener, virtuos und einfühlsam interpretierter Musik für ein begeistertes, beglücktes Publikum.

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