Meisterkonzert: Bester Ensemblegeist mit jugendlicher Verve
Ingeborg Gehringer, in:
Hannoversche Allgemeine Zeitung und Neue Deister-Zeitung, 30. 6 .2007
Kammermusik auf hohem Niveau wurde den zahlreichen Zuhörern im Martin-Schmidt-Konzertsaal beim jüngsten Meisterkonzert geboten. Präsentiert wurde es vom Klaviertrio Würzburg mit Katharina Cording (Violine), Peer-Christoph Pulc (Violoncello) und Karla-Maria Cording (Klavier), die gemeinsam ihr Rüstzeug unter anderem bei Prof. Hatto Beyerle, dem Gründungsmitglied des Wiener Alban Berg Quartetts, und Prof. Sören Uhde an der Hochschule für Musik Würzburg erhielten.

Ein sehr anspruchsvolles Programm aus Werken von Beethoven, Schubert und Schumann war zu bewältigen - entstehungsgeschichtlich ein halbes Jahrhundert umspannend, stilistisch den Übergang von Klassik zu Romantik charakterisierend.

Zu Beginn das um 1793 entstandene Klaviertrio c-moll von Ludwig van Beethoven, auf dessen Schwung aller drei gleichberechtigten Instrumentalstimmen sich die Würzburger Künstler mit entsprechender Verve einließen. Hervorragend aufeinander eingespielt, bedurfte es nur minimaler Blickkontakte zur harmonischen Einheit als Voraussetzung für ein spannend gestaltetes „Allegro con brio“, den melodischen Fluss des nachfolgenden „Andante cantabile con Variazioni“ mit seinen anmutigen fünf Liedvariationen und für die ausdrucksstarken Kontraste im dritten und vierten Satz „Menuetto“ und „Finale prestissimo“.

Diesem jugendlich lebhaften, noch von Haydn geprägten Beethoven folgte als „größter Brocken“ des Abends das Klaviertrio B-Dur von Franz Schubert. Wahrscheinlich im Herbst 1827, im Todesjahr Beethovens und ein Jahr vor Schuberts eigenem Ableben entstanden, ist das Werk über Beethoven hinaus zukunftsweisend.

Das von bestem Ensemblegeist getragene Klaviertrio Würzburg überzeugte mit einer Interpretation leidenschaftlicher Intensität. Nicht instrumentales Virtuosentum, sondern kammermusikalische Dichte war gefragt, um dem großen Melodie- und Harmoniereichtum der Tonsprache Schuberts gerecht zu werden.

Ein mächtiges Werk mit viel solistischem Freiraum für die Violine, den Katharina Cording brillant nutzte, auf der Basis des souverän und beseelt gestalteten Klavierparts durch Karla-Maria Cording in sorgfältigem wie musikantischem Zusammenspiel mit Peer-Christoph Pulc am Cello mit warmem, kultiviertem Ton.

Beim Klaviertrio d-moll von Robert Schumann meisterten die Künstler die stimmungsvollen Satzbezeichnungen mal leidenschaftlich, mal mit innerer Empfindung, mal mit Feuer. Mit sichtlicher Spielfreude setzten sie ihre Qualitäten kammermusikalischer Spielkultur ein.

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