Mit einem Hauch von Wehmut Klaviertrio Würzburg beim Hohenloher Kultursommer
Ingrid Heydecke-Seidel, in:
Heilbronner Stimme 24. 07. 2007
Warum Wolfgang Amadeus Mozarts Trio KV 542 so selten gespielt wird, bleibt ein Rätsel. Es entstand in einer Reihe mit den letzten drei großen Sinfonien und trägt virtuose Züge, ohne das kammermusikalische Element zu missachten. Mozart selbst hielt es für einen großen Wurf, und von Fréderic Chopin wissen wir, dass er es ganz besonders schätzte. Verspielt kommt es daher, doch auch mit einem Hauch von Wehmut. Im graziösen Andante demonstrierte die Pianistin mit klarem Anschlag und perlenden Läufen ihr Können...

Robert Schumann nennt Franz Schuberts spätes B-Dur-Trio D 898 ein „teures Vermächtnis“. Energisch, mit markantem Rhythmus beginnt es. Sein harmonischer Reichtum ist oft überraschend. Sehr schön gelingt es den drei Würzburger Musikern, die kunstvolle Stimmenverschränkung zu durchleuchten und die Melodie über die Begleitung herauszuheben. Auffällig ist dabei, dass Schubert wirklich die ganze Klaviatur nutzt. Im lyrischen, stellenweise melancholisch eingefärbten Andante stimmen Cello und Klavier einen edlen Zwiegesang an, in den die Geige einfällt. Parallel geführt stehen die beiden Streicherstimmen dem üppigen Klavierpart gegenüber, was von großer Wirkung ist. Das flüchtige Scherzo umrahmt ein sehnsüchtig drängendes Trio. Schuberts berühmte „himmlische Länge“ prägt das Finale, denn immer wieder fällt ihm noch eine interessante Umspielung, noch eine überraschende Modulation ein. Mit einem Unisono setzt die Musik schließlich zur großartigen Coda an.

Von gleicher emotionaler Größe ist Felix Mendelssohn-Bartholdys Opus. Bei seinem Trio d-moll op.49 hat der Cellist seinen großen Auftritt und deckte mit opulentem Ton anfangs fast das Klavier zu. Wie ein „Lied ohne Worte“, sensibel und tonschön und melodiös erklingt das Andante. Im Finale erlebten wir das Aufwallen heftiger Gefühle. Wie Schubert bricht auch Mendelssohn den Melodiefluss abrupt ab und lässt ein neues Thema erklingen.

Ein wunderschöner langsamer Beethoven-Satz, mit viel Empfindung vorgetragen, rundet das heftig beklatschte Konzert in der historischen Atmosphäre des Barocksaals auf der Langenburg ab.

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