Beeindruckender Ausklang
Sascha Jouini, in:
Gießener Allgemeine, 13. 8. 2007
Das von den beiden Schwestern Katharina (Violine) und Karla-Maria Cording (Klavier) und deren ehemaligem Kommilitonen Peer-Christoph Pulc (Cello) gebildete „Klaviertrio Würzburg“ beeindruckte bei den Basilika-Konzerten in Gießen bereits vor zwei Jahren mit seinem jugendlich-unbeschwerten, höchst kreativen Spiel. Am Samstag knüpfte das Ensemble an die geschmackvolle Musizierweise des „Concorno Trio“ im vorangegangenen Konzert an und sorgte für einen beeindruckenden Saisonausklang.

Recht konzentriert, analytisch durchdacht spürten die Musiker im Kopfsatz von Ludwig van Beethovens „Gassenhauer Trio“ B-Dur op. 11 der motivisch-thematischen Arbeit nach. Die Intonation war perfekt aufeinander abgestimmt: perlend die Klavierläufe, überaus schattierungsreich die Melodiebögen der beiden Streicher. Peer-Christoph Pulc spielte die eröffnende Kantilene des Andante mit Feingefühl. So subtil und ruhig strömte die Musik den ganzen Satz hindurch dahin. Die munteren Final-Variationen strahlten in der geistige Spontaneität vermittelnden Interpretation zuweilen launenhaften Humor aus.

Frédéric Chopins „Introduction et Polonaise brillante“ für Cello und Klavier zog durch tänzerische Beschwingtheit und tief empfundene Leidenschaftlichkeit in den Bann. Cellist und Pianistin warteten mit technischer und gestalterischer Eleganz auf und gingen beim Spannungsaufbau mit Kalkül vor. Ungemein virtuos, stimmungsgeladen vom ersten bis zum letzten Takt, gelangen dem Duo Niccolò Paganinis „Moses-Variationen“.

Spanische Atmosphäre verbreitete Pablo de Sarasates „Malagueña“ für Violine und Klavier, die Katharina und Karla-Maria Cording gleichermaßen hingebungsvoll darboten. Die südeuropäisch-warme Stimmung hielt in Franz Waxmans „Carmen-Fantasie“ – ebenfalls für Violine und Klavier – an.

Das wohl gewichtigste Werk hob sich das Ensemble für den Schluss auf. In Johannes Brahms’ Trio C-Dur op. 87 fesselte der tiefgründige Fluss der musikalischen Gedanken von Beginn an. Gespenstisch-flüchtig wirkte der Scherzo-Hauptteil mit dem rasch vorantreibenden Repetitionsmotiv. Im Kontrast dazu zauberten die Streicher im langsameren Trio einen wunderbar blühenden Gesang herbei. Einen brillanten Höhepunkt bildete das dramatische „Allegro giocoso“.


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