"Klang-räume": Klaviertrio Würzburg bot mit Sonaten von Johannes Brahms hochkarätige Kammermusik Stimmungsbild in Tönen gezeichnet
Rainer Lange, in:
Fränkische Nachrichten, 18. 12. 2007
Das Klaviertrio Würzburg spielte im Rahmen der Konzertreihe „klang-räume“ am Sonntag im Barocksaal des Wertheimer Rathauses Sonaten von Johannes Brahms (1833 bis 1897). Das 2001 gegründete und weithin bekannte Trio spielte lediglich in Zweierbesetzung Cello-Klavier und Violine-Klavier, begeisterte jedoch jeweils durch gefühlvolles, elegantes, aber auch technisch ausgefeiltes und leidenschaftliches Spiel.

Pianistin Karla-Maria Cording war weit mehr als Begleiterin ihrer Schwester Katharina Cording (Violine) und des Cellisten Peer-Christoph Pulc. Sie ließ Violine und Cello immer den Vortritt, wenn es die Melodieführung erforderte, konnte aber auch ein stabiles und präzises Klangfundament zur Verfügung stellen und mit energischer Virtuosität beeindrucken.

Mit der 1865 entstandenen Sonate für Klavier und Violincello e-moll op. 38 begann Peer-Christoph Pulc, ein ruhiges Stimmungsbild in Tönen zu zeichnen, die zu den großen Landschaftsgemälden an der Wand des Barocksaals optimal passten. Vergleichbar einem Flusslauf entwickelte sich aus einem einfachen Zweiton-Motiv nach und nach eine schöne, großzügig angelegte Melodie.

Der zweite Satz war fröhlich bewegt, während das abschließende Allegro wie eine große Zusammenfassung unter Verwendung des gesamten bisher gehörten Tonmaterials wirkte. Nach kompliziert verarbeiteten gegenläufigen Rhythmen hörte man das einfache Anfangsmotiv nochmals zum wohltuenden Abschluss.
Feinfühliges Spiel
Katharina Cording (Violine) spielte anschließend die wegen eines Themas des Brahms-Lieds „Walle, Regen, walle“ als „Regensonate“ bekannte Violinsonate G-Dur op. 78. Die Solistin faszinierte durch ihr elegantes, feinfühliges Spiel und den warmen Ton ihres Instruments, der den zweiten Satz (Adagio) besonders genießen ließ. Mehrstimmige Violinakkorde, leise Pizzicati und lebendig fließende, filigran gespielte Passagen machten das Werk zu einem kurzweiligen und interessanten Hörgenuss, der durch die sichtbare optische Harmonie der geschwisterlichen Zusammenarbeit noch gesteigert und vervollkommnet wurde.

Leidenschaftlich, dabei höchst präzise und trotzdem immer gefühlvoll agierte auch Cellist Peer-Christoph Pulc gemeinsam mit der Pianistin bei der viersätzigen Cellosonate F-Dur nach der Pause. Auch hier hatten Interpreten und Publikum noch einmal viel Konzentration aufzubringen, um die Brahmssche Vielschichtigkeit hör- und erlebbar zu machen, respektive durch aktives Zuhören in größtmöglichem Umfang zu erfassen. Dass dies den Zuhörern dank der Vermittlung des Würzburger Klaviertrios gelungen war, konnte man nach dem Erklingen des fröhlich bewegten, tanzähnlichen Schlusssatzes am lang anhaltenden Applaus des Publikums erkennen.

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