Überschrieben ist die Konzertreihe „Klang-Räume“, doch könnte man sie durchaus auch „Klang-Träume“ nennen, wie am Sonntag nach dem Konzert des „Klaviertrios Würzburg“ im Barocksaal die Zuhörer feststellten.
Katharina Cording (Violine), Peer-Christoph Pulc (Violoncello) und Karla-Maria Cording (Klavier) präsentierten in wechselnden Duo-Formationen mit drei Werken von Johannes Brahms (1833-1897) Kammermusik auf hohem Niveau.
Die jungen Musiker hatten ihr Rüstzeug als Kammermusikensemble unter anderem bei Prof. Hatto Beyerle, dem Gründungsmitglied des Wiener Alban-Berg-Quartetts, und Prof. Sören Uhde an der Hochschule für Musik Würzburg erhalten. Für alle drei gilt, dass sie sehr konzentriert zu Werke gingen und ihre Intonation perfekt aufeinander abgestimmt hatten.
„Gruß an J. S. Bach“
Eröffnet wurde der Abend mit Brahms' erster Sonate für Klavier und Violoncello in e-Moll op. 38, die der Komponist über einen Zeitraum von drei Jahren ab 1862 erarbeitete und als „Gruß an J. S. Bach“ bezeichnete. Auch wenn Brahms die Sonate seinem Verleger Fritz Simrock gegenüber als „durchaus unschwer für beide Instrumente zu spielen“ beschrieb, stellt sie doch sehr hohe technische Anforderung an die Musiker. Dem Duo, das sich glänzend aufeinander abgestimmt zeigte, gelang es, die drei kontrastierenden Satzcharaktere hervorragend herauszuarbeiten.
Ihr Ausnahmetalent stellte die Violinistin, Katharina Cording, im Zusammenspiel mit ihrer Schwester Karla-Maria am Flügel bei Brahms' erster Violinsonate in G-Dur op.78 unter Beweis. Die sogenannte Regenliedsonate bot den beiden Künstlerinnen in ihren drei Sätzen, „Vivace ma non troppo“, „Adagio“ und „Allegro molto moderato“ überschrieben, ausreichend solistischen Freiraum, den nicht nur die Violinistin brillant nutzte. Auch die Pianistin bot einen souverän und beseelt gestalteten Klavierpart.
Großer Beifall für das Trio
Brahms' zweite Cellosonate in F-Dur op. 99, 1886 in Wien uraufgeführt, die abschließend Peer-Christoph Pulc und Karla-Maria Cording boten, zählt zu seinen meist gespielten Kammermusikwerken. Gleich im ersten Satz zeigte sich die glänzende Harmonie und Strahlkraft des Duos, wenn Brahms im „Allegro vivace“ einen wilden, nur durch die Tonart F-Dur entschärften Ton anschlägt. Im „Adagio affetuoso“ arbeiteten die Solisten glänzend die Trauer und Klage heraus. Schwungvoll und expressiv präsentierten sich die beiden Instrumente im dritten Satz, „Allegro passionato“. Äußerst gelungen arbeiteten die beiden Musiker im finalen „Allegro molto“ den leuchtenden Optimismus heraus. Entsprechend groß war der Beifall, den das Trio bekam.
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