Da waren es nur noch zwei! Der „Aufforderung zum Konzert” in Glindfeld konnte Cellist Peer Christoph Pulc leider nicht folgen: die Grippe hatte ihn kurzfristig außer Gefecht gesetzt.
Aber was das zum „Duo” reduzierte „Klaviertrio Würzburg” am Samstag in Gestalt von Karla-Maria Cording und Katharina Cording nach prompter Programmänderung stattdessen zu bieten hatte, war so atemberaubend, dass das zahlreiche Publikum sich für den Ausfall mehr als entschädigt fühlte: mit dem in der Pause als „Trostpflaster” gestifteten Sekt konnte also gleich auf die „hellwache Spontanietät” dieser vielfach preisgekrönten jungen Musikerinnen angestoßen werden. Und auch auf einen Geburtstag: den 175. von Johannes Brahms, dessen lebhaft bewegter 1. Satz der „Sonate op. 78 in G-Dur für Violine und Klavier” in die außergewöhnliche Brillianz einstimmte, die sich an diesem Abend in immer neuen Höhepunkten entfalten sollte. Brahms berühmtes Opus 108 in d-moll schloss das glanzvolle Programm mit einem furiosen letzten Satz „presto agitato” ab. Mit geradezu traumwandlerischer Harmonie zwischen Violine und Flügel, temperamentvoll in der Gestaltung und doch von zarter, zurückhaltender Schlichtheit in den liedhaften Passagen ließen diese Interpretationen die komplexe Gefühls- und Klangsprache des reifen Brahms transparent werden. Zwischen diesen beiden Sonaten aber entlud sich noch ein weiteres wahres Feuerwerk der Geigenkunst: Henryk Wienawski, selbst bewunderter Violinvirtuose widmete 1865 seine „Fantasie über Themen aus der Oper Faust von Charles Gounod” (op. 20) dem König von Dänemark. Dem „Faust” gemäß treibt es Wieniawski bis an die Grenzen - in immer noch schnelleren Wechseln noch höher hinauf und tiefer hinab. „Teufelsgeigerin” Katharina Cording fesselte sowohl durch ihre kaltblütig-kühne Virtuosität als auch ihren warmen, strahlenden Ton. Jederzeit souverän und einfühlsam an ihrer Seite: Karla-Maria Cording am Flügel. Dank sei dem Kulturring Medebach, dem es gelingt, so exquisite Künstlerinnen zu gewinnen - und im ganz Besonderen der Familie Heller, die ihr Haus auf so liebenswürdige Weise der Musik und den Menschen öffnet.
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