In seinem Programm mit Werken von Beethoven, Mendelssohn Bartholdy und Tschaikowski unterstrich das Klaviertrio Würzburg mit großem Nachdruck seinen Ruf als vielversprechendes Nachwuchsensemble in der Kammermusikszene.
Beeindruckend zu hören und zu sehen, mit welch äußerer Bescheidenheit und Gelassenheit Katharina Cording, Violine, Peer-Christoph Pulc, Cello, und Karla-Maria Cording sich der Herkules-Aufgabe stellten, nach dem einleitenden Beethoven-Trio op. 11 und dem aufwühlenden d-Moll-Trio von Felix Mendelssohn Bartholdy mit dem Trio op. 50 von Tschaikowski ein Werk der kammermusikalischen Weltliteratur zu spielen, das höchste technische und musikalische Anforderungen an die jungen Musiker stellte.
Das gewaltige Werk führt die jungen Musiker bis an die Grenze der Belastungsfähigkeit. Es ist bewundernswert, mit welcher Energie sie sich dieser Herausforderung stellen und dabei große Musik zum Klingen bringen.
Karla-Maria Cording verwaltet und inspiriert das musikalische Erbe wie der Riese Fafner den Schatz der Nibelungen. Mit großer Aufmerksamkeit gegenüber ihren Mitspielern, mit schier unbändiger Kraft und atemraubender Treffsicherheit in den dahinjagenden Klavierpassagen sowie mit einfühlsamer Anschlagstechnik behütet und entwickelt sie mit großer Hingabe das kostbare musikalische Gut und lässt das komplexe Klanggebilde in den vielfältigsten, auch geheimnisvollen Farben leuchten. So können die gegensätzlichen Charaktervariationen wie Walzer und Mazurka mit Katharina Cording (Violine) und Peer-Christoph Pulc (Cello) zum Leben erweckt werden. Maria Cording passt sich dem Gang des Trios nach den musikalischen Bedürfnissen an: kraftvoll strukturierend in der Themenverarbeitung des Fugato, überwältigend mitreißend im Scherzo des vorausgegangenen Mendelssohn-Trios, dessen gefordertes „Leggiero e vivace“ sie mit der geforderten Leichtigkeit und virtuoser Spielfreude bestimmt. Peer-Christoph Pulc entlockt seinem klangschönen Cello im großen Ton Ausdruckstiefe und Wärme. Die solistischen, crescendierenden Tonwiederholungen im Übergang zum Finale gestaltet er mit überwältigender Schönheit und Klangfülle und macht sie zu einer Offenbarung des Celloklangs.
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