Das Trio von der schnellen Truppe
Wolfgang Nussbaumer, in:
Schwäbische Post, 24. 06. 2008
Wäre schön, wenn der Auftakt der von der Stadt Ellwangen und dem „Stiftsbund“ neu konzipierten „Ellwanger Schlosskonzerte“ in die Zukunft weisen würde. Ein nahezu ausverkaufter Thronsaal, ein erfrischend aufspielendes junges Ensemble und ein Publikum, das mit dem „Klaviertrio Würzburg“ hoch zufrieden war.

Das seit 2001 zusammen spielende Trio hatte sich für ein chronologisches Programm entschieden. Mit Joseph Haydns Trio C-Dur Hob. XV: 27 hinein ins klassisch angehauchte Hörvergnügen, dann einen romantischen Mendelssohn-Bartholdy und nach der Pause ein ganz wuchtiger Tropfen: Johannes Brahms.

Die Drei aus Würzburg leben die Tempi aus. Federführend dabei die Pianistin Karla-Maria Cording. Sie ist der Treibsatz, während Peer-Christoph Pulc auf dem Cello mit einem wundervoll sonoren cantablen Ton den heißen Ritt über die Tasten mit den zackig in den Raum geschnittenen Ausrufezeichen der Geigerin Katharina Cording zusammenbindet.

Im melodiengesättigten Allegro gibt Haydn gleich reichlich Gelegenheit zu virtuoser Darstellung. Diese trübt zunächst der etwas schwammige Klang des Flügels, der die rasante Gangart der Pianistin nicht mag. Aber sie bekommt das Problem in den Griff; die düstere Dramatik im langsamen Satz teilt sich mit und das Finale (Presto!) tanzt wie ein Wirbelwind in die Ohren.

Einen langen Atem verlangt schon der erste Satz von Mendelssohn-Bartholdys Trio d-Moll, op. 49. Und Sinn für Klangdelikatesse. Kein Problem für die Würzburger, die sich die Bälle präzise zuspielen. Hinreißend, wie die Melodien federnd weitergegeben werden. Selbst das Andante hört sich an, wie ein Rennpferd, das im Schritt gehen muss und doch so gerne galoppieren möchte. Was es dann im Scherzo und dem Finale darf. Das Trio geht volles Risiko, ohne die Zügel schießen zu lassen. (...)

Mit dieser unbeschwerten Spielfreude gehen sie auch das Brahms-Trio C-Dur op. 87 an. Hochkonzentriert eilen sie durch das Labyrinth der Themen und Variationen, legen mit leichter Hand deren Strukturen frei und haben dabei immer das große Ganze der weitgespannten Architektur im Blick. Für den reichen Beifall revanchieren sie sich doch tatsächlich noch mit einem edlen Beethoven-Andante.

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