Felix und Fanny im einträchtigen Zusammenspiel
Klaviertrio Würzburg brilliert mit Doppelkonzert im Ledenhof
Martina Binnig, in:
Neue Osnabrücker Zeitung, 09. 12. 2008
[...] Auf dem Programm standen am Samstagabend Trio-Kompositionen von Mozart, Schubert und Ben-Haim. Der Sonntagnachmittag war den Geschwistern Felix und Fanny Mendelssohn Bartholdy gewidmet.
Auch im Klaviertrio Würzburg geht es geschwisterlich zu: Die Schwestern Katharina und Karla-Maria Cording taten sich 2001 mit dem Cellisten Peer- Christoph Pulc zusammen und nannten sich nach dem Ort ihres Debütkonzerts in der Würzburger Residenz. Seitdem haben sie sich ein breites Repertoire erarbeitet, bei namhaften Dozenten studiert und Stipendien etwa des Richard-Wagner-Verbandes erhalten.
In ihrem Sonntagskonzert stellen sich die ausgezeichneten Musiker auch solistisch vor: Peer-Christoph Pulc, der zunächst an der Universität Osnabrück ein Mathematik-Studium aufnahm, bevor er seine professionelle Cellisten-Laufbahn einschlug, interpretiert die Sonate B-Dur von Felix Mendelssohn Bartholdy. Dabei berührt vor allem sein ungemein warmer Cello- Klang, den er farbenreich moduliert. Sonor gestaltet er lang gezogene Kantilenen und setzt sensibel getupfte Akkordumspielungen dagegen. Im Schluss-Satz gibt es trotz aller Leidenschaft auch Momente unbeschwerter Seligkeit. Kongeniale Partnerin ist ihm Karla-Maria Cording am Flügel, die auch in der Violinsonate f-Moll von Felix Mendelssohn Bartholdy mit impulsiver Virtuosität begeistert.
Katharina Cording erfüllt die Violineinleitung dieser Jugendkomposition Mendelssohns mit tiefer Melancholie und wunderbar dunklem Timbre. Die romantische Sehnsucht der späten Cello-Sonate leuchtet auch schon in der Violinsonate des erst 14-jährigen Komponisten durch, doch gibt es auch noch deutliche Mozart-Reminiszenzen. Dieses Spannungsfeld zwischen Klassik und Romantik durchleben Katharina und Karla-Maria Cording mit viel Temperament. Besonders der langsame Mittelsatz mit seinen eruptiven Oktavsprüngen gelingt den beiden Musikerinnen sehr intensiv. Wie gehaucht lassen sie ihn ausklingen.
Als Finale wählt das Trio Fanny Mendelssohn-Hensels Klaviertrio d-Moll aus ihrem Todesjahr 1847: Hier überrascht vor allem die harmonische Vieldeutigkeit der Komposition, die sehr modern wirkt. Dr. Georg Steinhäuser rundet das exquisite Konzert des Klaviertrios Würzburg mit Erläuterungen zur Familiengeschichte der Mendelssohns ab.
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