Meisterliches ohne Allüren
Ein bemerkenswertes Konzert erlebten die etwa 300 Zuhörer des Klaviertrios Würzburg in der Stadthalle
Von Sven Thomas Haase, in:
Holsteinischer Courier, 18. 02. 2009
Das Klaviertrio Würzburg lockte am Montagabend rund 300 Besucher ins Theater der Stadthalle. Und keiner der Anwesenden wird den Besuch bereut haben: Das 5. Abo-Konzert wurde ein voller Erfolg. Das etwas schüchtern wirkende Auftreten des Trios könnte vermuten lassen, dass die jungen Musiker ihre ersten Bühnenerfahrungen sammelten. Aber weit gefehlt: Zahlreiche Auftritte im In- und Ausland, CD-Einspielungen und ein Repertoire von 50 Werken für Klaviertrio sprechen eine andere Sprache.

Die eröffnenden „14 Variationen in Es-Dur“ op. 44 von Ludwig van Beethoven gaben den Musikern eine gute Gelegenheit, sich als Solisten wie auch als Ensemble vorzustellen. Die deutlich stärker beseelte Musik war aber in Felix Mendelssohn Bartholdys Trio in d-Moll op. 49 zu hören - eine ausgesprochen gute Wahl zu Ehren seines 200. Geburtstages. Insbesondere der erste und zweite Satz bestachen durch wunderschöne Themen und dramatische Entwicklungen. Katharina Cording (Violine) verstand es, den Melodiebögen wie den großen Entwicklungslinien Intensität und Glut zu verleihen, während Karla-Maria Cording als äußerst flink und geschmeidig agierende Pianistin glänzte, die trotz ihres anspruchsvollen Parts immer ein Ohr bei den Streichinstrumenten hatte. So war sie von der Lautstärke her immer gut angepasst und rhythmisch absolut auf dem Punkt. Peer-Christoph Pulc (Violoncello) stand der Violinistin in Nichts nach: Seine warme Tongebung und bis ins Detail ausgehörte Melodiebögen ließen die Musik Mendelssohns erblühen.

Das C-Dur-Trio op. 87 von Johannes Brahms ist bekannt durch sein „Fledermaus-Scherzo“, bei dem die Finger der Pianistin ebenso rasch wie leise über die Tasten huschten. Geige und Cello führten diesen gespenstischen Tanz zu verwirrender Dichte. Bemerkenswert ist auch der wehmütige zweite Satz, bei dem Brahms über weite Strecken Geige und Cello dieselbe Melodie in Oktaven spielen lässt, um die Intensität des Ausdrucks auf ein Maximum zu steigern. Der für Brahms’ Tiefsinnigkeit ungewöhnlich heitere Finalsatz nimmt die Technik aus dem zweiten Satz teils auf [...]. In dem als abschließende Zugabe gespielten Andante aus Joseph Haydns Trio in C-Dur gedachte das Ensemble eines weiteren Komponistenjubiläums: Haydn lebte von 1732 bis 1809.

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