Graziös-eleganter Schwung
Klaviertrio Würzburg in der Waldmühle
Böhme-Zeitung, 21. 02. 2009
Auch im fünften Konzert seiner Kammermusikreihe stellte der Kulturverein Soltau in der Bibliothek Waldmühle den zahlreichen Hörern ein Ensemble von außerordentlicher Qualität vor: Das Klaviertrio Würzburg mit Katharina Cording (Violine), Peer-Christoph Pulc (Violoncello) und Karla-Maria Cording (Klavier) musizierte ein Programm, das nicht nur durch zeitliche Ausdehnung, sondern auch durch kompositorisches Gewicht beeindruckte.

Gleich mit dem den Abend eröffnenden „Notturno“ D 897 von Franz Schubert erregten die drei jungen Musiker Aufmerksamkeit. Makellos waren ihr Zusammenspiel und die feine klangliche Abstimmung untereinander. Höchste Virtuosität zeigten sie bei Solo-Passagen, graziös eleganter Schwung beflügelte die intensive Interpretation und entrückte die Zuhörer in die romantischen Vorstellungswelten des großen Komponisten.

Dieser Eindruck wurde noch vertieft durch das große „Trio Es-Dur“ D 929 von Schubert, bei dem lyrische Stimmung und aufbrechender Gefühlssturm ständig im Widerstreit liegen.

Nach der Pause erlebten die Zuhörer eine staunenswerte und begeisternde Interpretation des fast eine Stunde dauernden „Trio a-moll“ op. 50 von Peter Iljitsch Tschaikowsky. Es ist gleichsam als ein Requiem auf den guten Freund und Weggenossen, den Dirigenten und Komponisten Nikolaj Rubinstein, verfasst. Daher der Untertitel „Zur Erinnerung an einen großen Künstler“.

Einzigartig und merkwürdig ist die Form des Werkes: Auf eine wehmütige, liedhafte Elegie, die das Violoncello eröffnet, folgt im Andante eine weitere Liedmelodie mit zwölf Variationen. Sehr unterschiedliche Formen sind da zu hören. Stürmisch bewegt, heiter tanzend oder sogar in eine Fuge eingebunden erklingt das gesangliche Thema, das vom Klavier vorgegeben wurde, immer wieder, bis dann am Schluss noch einmal das Thema des ersten Satzes, der Elegie, erst stürmisch brausend, dann leise verklingend wie ein sich entfernender Trauermarsch das Meisterwerk beschließt.

Mit langanhaltendem Beifall bedankten sich die Zuhörer bei den drei jungen Ausnahme-Musikern für die große Leistung.

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