Im Park vor den hohen Fenstern des Festsaals halten sich noch Schneefladen, aer die ersten Frühlingsboten und -gefühle sind schon spürbar. „Der alte Winter in seiner Schwäche, zog sich in raue Berge zurück“, heißt es in Goethes „Osterspaziergang“. Die vom „Klaviertrio Würzburg“ gebotene Musik war denn auch zu Träumereinen in diesem Sinn angetan. Es begann mit dem Trio für Klavier, Violine und Violoncello C-Dur (Hob. XV:27) von Joseph Haydn (1732-1809). Wie den Streichquartetten widmete sich der Komponist auch den Klaviertrios durch sein ganzes Schaffensleben, denen durchaus ein eigenständiger Rang zukommt. Der Bogen spannt sich von höfischen Gelegenheitswerken bis hin zur geschlossenen Gattung. Das besagte Trio erwies sich als ausgesprochen melodiefreudig und hurtig, endend mit einem übermütigen „Presto“, das man dem eher gesetzten Herrn gar nicht zugetraut hätte.
Die „Variations on a Hebrew Melody“ von Paul Ben-Haim (1897-1984), über den das Konzertprogramm leider nichts verlauten ließ, stellte an die Musiker hohe Ansrpüche. Melancholisch-untergründig angelegt, entwickelte sich das Stück bis hin zu einem fulminanten letzten Satz.
Franz Schubert (1797-1828), der Frühverstorbene, gilt ja geradezu als Garant musikalischer Frühlingsstimmung. Sein Klaviertrio Es-Dur (D 929) erwies sich als kunstvoll und spannungsreich ineinandergefügte Komposition voller spielerischer, dann wieder dramatisch aufbrandender Einfälle.
Die zwei Damen und ein Herr musizieren seit 8 Jahren als Trio miteinander und haben seither viel Lob erhalten. Man rühmt vor allem Kompetenz, Schwung und Harmonie. Im vergangenen Jahr führten sie die drei Klaviertrios sowie die Violin- und Violoncellosonaten von Johannes Brahms in der Würzburger Residenz auf; andere Engagements folg(t)en. Ihr Spiel ist sehr präzise und behende, dabei aber zart und empfindsam. Während die Läufe der Pianistin perlenklar kommen, agieren Geigerin und Cellist weich, fast verträumt. Womit wir wieder beim Eingangsthema wären. Das Publikum war hingerissen und wurde noch mit einer wunderschönen Zugabe bedacht, die schmelzend, dann wieder marsch- oder tanzartig den Abend ausklingen ließ.
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