Beifall für bravouröse Musik
Würzburger Klaviertrio überzeugte im Schloss mit Werken von Haydn, Ben-Haim und Schubert
Edelgard Winterberg, in:
Hessische/Niedersächsische Allgemeine, 28. 02. 2009
Mit drei Werken präsentierte sich das Würzburger Klaviertrio im Schloss Imbshausen. Sie zeigten seinen hohen technischen Rang, die Perfektion seines Zusammenspiels, die Vielfalt seiner Ausdrucksmöglichkeiten und das Nachvollziehen großer Spannungsabläufe.

Katharina Cording, Violine, Peer-Christoph Pulc, Violoncello, und Karla-Maria Cording. Klavier, begannen mit dem Trio C-Dur Hob. XV:27 von Joseph Haydn, einem späten Werk, entstanden 1794, im Jahr seiner zweiten Londonreise. Haydn nannte die Klaviertrios dieser Schaffensperiode „mit einer Violin und Violoncello begleitete Clavier Sonaten“ und widmete sie klavierspielenden Damen der Gesellschaft. Der Klavierpart von Hob. XV:27 gilt als der virtuoseste seiner Trios. Brillant im Anschlag, mit gestochen klaren Figuren und Läufen nahm Karla-Maria Cording ihre Führungsrolle wahr. Mit leichtem, schlankem Ton, sehr beweglich, korresponierte die Geige mit spielerischen Girlanden, während der warme Ton des Cellos die Harmonie stützte. Dynamik, Tempi und Überleitungen zeigten die Übereinstimmung der Musizierenden.

Es folgten Variationen über eine hebräische Melodie von Paul Ben-Haim, der 1933 nach Israel ging und bis 1984 lebte, ein stilistisch schwer bestimmbares Werk, dem die Fremdartigkeit seines Melos eine spezielle Atmosphäre verleiht und das reich ist an Farben und Klängen: Kantilenen zweier in Oktaven oder Quarten parallel geführter Instrumente, Imitationen, Ostinati, Dissonanzen, extreme Lagen, häufiges Flageolett (flötenartige Töne, die durch schwache Berührung der Saite entstehen), viel Pizzikato. Die Spieler widmeten sich den wechselnden Charakteren des ausdrucksstarken Werks mit deutlichem Engagement.

Nach der Pause erklang das gewichtigste Stück des Programms, das Trio Es-Dur op. 100 von Franz Schubert. Anders als bei Haydn werden hier die Instrumente gleichrangig behandelt. Abgesehen von seinem hohen technischen Anspruch fordert es durch seine Dimensionen und seine motivische und harmonische Dichte von den Ausführenden Intensität und Spannkraft. Eine bedeutende Rolle spielt das gesangliche Element. Es findet seinen Höhepunkt in der wunderschönen Cello-Melodie des zweiten Satzes, die einem schwedischen Volkslied entstammen soll. Im vierten Satz, dessen besonderer Reiz in rhythmischen Finessen und virtuosen Repetitionen liegt, tritt sie mehrfach als Zitat auf.

Der begeisterte Beifall für die bravouröse, klangschöne Darbietung wurde mit einer Zugabe belohnt, dem Andante aus dem Trio d-moll von Mendelssohn Bartholdy.

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