Aller guten Dinge sind drei
Die Musikalische Gesellschaft Rheinberg präsentierte in der Stadthalle das junge Klaviertrio Würzburg.
Peter Bussmann, in:
Neue Rhein Zeitung, 27. 04. 2009
Trotz des herrlichen Vorsommerabends kamen über 100 Musikbegeisterte in die Rheinberger Stadthalle, um das junge Klaviertrio Würzburg zu hören. Sie sollten es nicht bedauern. Sie erlebten passend zum Haydn- und Mendelssohn-Jahr 2009 ein außergewöhnliches Trio, das sich in der Musikszene bereits einen herausragenden Namen gemacht hat. Lore Rabe, die Vorsitzende der Musikalischen Gesellschaft Rheinberg, hatte wie immer einen guten Griff getan, als sie das längst weit über Deutschland hinaus bekannte Trio nach Rheinberg holte.

Das 2001 von dem Cellisten Peer-Christoph Pulc, der Pianistin Karla-Maria Cording und der Geigerin Katharina Cording gegründete Klaviertrio gilt heute als arriviertes junges Ensemble mit herausragender Kompetenz im Verein mit hellwacher Spontaneität und mitreißendem Schwung.

Die beiden Künstlerinnen und der Cellist hatten passend zum Jubiläumsjahr – das Jahr 2009 erinnert an den 200. Todestag des Komponisten Joseph Haydn und es ist zugleich das 200. Geburtsjahr von Felix Mendelssohn-Bartholdy – je ein Trio für Klavier, Violine und Violoncello für ihren Konzertabend ausgesucht, ergänzt um ein Trio des Komponisten Johannes Brahms.

So erlebten die faszinierten Zuhörer drei Meisterwerke der Klassik, Romantik und der Spätromantik. Gleich zu Beginn wurde spürbar, dass bei Haydn das Klavier im Vordergrund stand. Er hatte nur eine Kammermusikgattung mit Klavier intensiv gepflegt: Das Klaviertrio. Das von den Würzburger Musikern dargebotene Werk gehörte zu seinen späten. 1797 erschienen, eine Zeit, in der der Komponist bereits von seinem Schüler Mozart gelernt hatte.

Das Klaviertrio wurde seinem Namen gerecht: Die Zuhörer konnten sich der führenden Rolle des Klaviers und der beeindruckenden Fingerfertigkeit von Karla-Maria Cording nicht entziehen. Haydn hatte sein Werk damals noch eine „Sonate für Pianoforte mit Begleitung für Violine und Violoncello” genannt. Die Rheinberger erlebten eine herausragende Violinistin, die sich als ebenbürtige Partnerin gegenüber der Pianistin zeigte, während das Cello weitgehend dem Pianobass folgte. Obwohl nur drei Musiker auf der Bühne des Stadthauses saßen, entfaltete das Trio eine fast orchestrale Wirkung.

Von Mendelssohn-Bartholdy bekamen die Zuhörer ein romantisch leidenschaftlich-aufgewühltes Allegro, gefolgt von einem idyllischen Andante und ein unverkennbar Mendelssohnsches Sommernachtstraum-Scherzo zu hören. Nach der Pause folgte das C-Dur-Trio von Brahms, das mittlere seiner drei Klaviertrios.

Das Klaviertrio Würzburg, drei herausragende Musiker, nahm sein Rheinberger Publikum für sich ein. Ein frühsommerlicher Höhepunkt im Rahmen der diesjährigen Konzerreihe der Rheinberger Musikalischen Gesellschaft.

zurück