Musiker und Rezensenten bescheinigen „herausragende Kompetenz“ im Verein mit „hellwacher Spontaneität“ und „mitreißendem Schwung“. Das Publikum spricht über „außergewöhnliche Harmonie“, „imponierende und temperamentgeladene Virtuosität“. All das ging dem Klaviertrio Würzburg voraus, das auf Einladung der Musikalischen Gesellschaft in der Stadthalle gastierte.
Sympathisches Trio
Mit der Pianistin Karla-Maria Cording, der Geigerin Katharina Cording und dem Cellisten Peer-Christoph Pulc begegnete dem über 100-köpfigen Publikum ein junges, sympathisches Trio, das den Ankündigungen alle Ehre machte. Der Abend stand ganz im Zeichen der C-Tonarten, deren Dur-Version häufig als hell, klar, festlich, wenn auch weniger glänzend als die Kreuztonarten beschrieben wird. Joseph Haydns dessen „Trio C-Dur´“ vom Piano dominiert, besitzt Vitalität und Brillanz, aber auch Würde und Tiefgang. Das perlende Spiel der Pianistin und der energisch-musikantische Zugriff der Geigerin ergänzten sich vortrefflich, und auch der Cellist, sonst bei Haydn bisweilen eher mit Stütztönen als eigener Profilierung bedacht, konnte wundervolle Ausdruckswerte zeigen.
In c-moll hat Felix Mendelssohn-Bartholdy sein Trio op. 66 geschrieben, das mit einem leidenschaftlichen Allegro beginnt, über ein idyllisches Andante zu einem spritzigen Scherzo führt. Im letzten Satz, dem „Finale: Allegro giocoso“ griff Mendelssohn eine Melodie aus dem Genfer Psalter von 1551 auf: Den Choral „Vor Deinen Thron tret ich hiermit“ lies er fast unverändert und setzte ihn zunächst streng akkordisch für Klavier. Mit diesem Zitat wird eine, ganz nach dem romantischen Geschmack der Zeit, vergangene, „heile“ Welt beschworen, die in der Schluss-Coda hymnisch von allen drei Instrumenten gefeiert wird. Katharina Cording gestaltete den Violinpart voller Intensität und Ausdruckskraft mit blühendem Ton, Peer-Christoph Pulc den Cellopart mit samtigem, abschattiertem Ton in starker und farbiger Dichte, und Karla-Maria Cording begeisterte am Flügel durch ihr mitgehendes und einfühlendes Spiel.
Ruhig und besinnlich
Brahms Trio op. 87 begann im breit angelegten „Allegro“ energiegeladen. Das „Andante“ mit einem ungarisch gefärbten Thema endete lyrisch. Im „Scherzo“ wechselten die Tonarten von Dur nach Moll. Als Zugabe gab es einen Satz aus einem Klaviertrio von Ludwig van Beethoven. Das ruhige und besinnliche Stück war genau das Richtige für den Nachhauseweg.
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