Klaviertrio Würzburg überzeugt im Geseker Rathaus mit intensivem Zusammenspiel
Der Patriot/ Geseker Zeitung, 01. 03. 2010
Es ist dieses unbeschreibliche Spiel, das so dicht ist, dass es einen fast erschlägt. Kein Moment, wo man sich entspannt, in seinen Stuhl zurückfallen lassen kann. Man kann nur mitgehen mit dieser Musik, sich ihr hingeben und unterordnen, so wie es Karla-Maria Cording, Katharina Cording und Peer-Christoph Pulc vom Klaviertrio Würzburg tun. Jeden Ton spielen sie mit einer Konzentration und Eindringlichkeit, als ob es um ihr Leben gehen würde.

Bis zur Grenze des Erträglichen tasten sie sich beim „Konzert zum 200. Geburtstag von Frédéric Chopin und Robert Schumann“ vor. Und eben diese Intensität spürt auch das Publikum im Alten Rathaus beim Konzert, das der Verein „Kultur & Kulinarisches - Verein der Kulturfreunde“ initiiert und organisiert hat.

Ludwig van Beethovens „Trio für Klavier, Violine und Violoncello D-Dur, op. 70/1“, das so genannte „Geistertrio“ sowie Robert Schumanns „Trio für Klavier, Violine und Violoncello F-Dur, op. 80“ und Frédéric Chopins „Trio für Klavier, Violine und Violoncello g-moll, op. 8“ standen auf dem Programm.

Da ist kein Ton zu lang, kein Ton zu schnell und auch kein Ton zu laut oder zu leise. Es ist alles genau richtig so, wie es das Trio vormacht. Überhaupt, so beschleicht einen das Gefühl, können Beethoven, Schumann und Chopin gar nicht anders klingen, als man sie gerade bei diesem Konzert hört. So ist Schumann in der Interpretation des Trios alles andere als gefällig und gefühlsduselig. Die Musiker spielen sein Stück mit einer Intensität und Wachheit, wie man sie selten erlebt. Sicher hört man bei ihrem Spiel zwischendurch ein paar Sequenzen heraus, die volksliedhaft wirken. Aber die romantische Lieblichkeit Schumanns fehlt. Stattdessen staunt man über die jungen Kammermusiker, die die Stimmen ihrer Instrumente so geschickt zusammenführen, dass sie sich wunderbar miteinander verzahnen.

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